Ballett im Rokokotheater
Blick durch ein faszinierendes „Kaleidoskop“
22.02.2012, Schwetzingen - Als wahres Fest für die Sinne entpuppte sich der unter dem Titel „Kaleidoskop“ stehende Ballettabend, zu dem sechs in der Region beheimatete Ballettschulen ins Rokokotheater gebeten hatten. Im Grunde kam man angesichts dessen, was in tänzerischer und choreographischer Hinsicht geboten wurde, aus dem Staunen kaum heraus. Und dies traf gleich auf den Auftakt zu.
Bestritten wurde dieser von Berit Kerbers „Schule für Ballett“ Schwetzingen/Wiesloch, deren Elevinnen eine Interpretation von „Ausschnitten aus ‚Träumereien’“ gelang. Fortgesetzt wurde das hier erreichte, sich durch immensen Ideenreichtum auszeichnende hohe Niveau von der Schülerschaft der Ballettschule Zeitz aus Ilvesheim, die Auszüge aus dem Ballett „Die vier Elemente“ präsentierte. Beifall in Hülle und Fülle heimsten danach Berit Kerbers hinreißende „Nymphen und Kobolde“ ebenso ein wie das, was der „TANZtRAUM“ Ludwigshafen/Ruchheim zum Song „Colette shows him le ropes“ aus dem Film „Ratatouille“ tänzerisch mitzuteilen hatte. Und ebenfalls noch vor der Pause kam man in den visuellen und akustischen Genuss des „Heavy Rain“ der Tanzebene Lampertheim, des „Tango Projekt“ der „Skies Unlimited“ aus dem Patrick-Henry-Village sowie eines „Pas de deux“ des Mannheimer Akita Kato Tanzforums.
Sollte jemand befürchtet haben, dass es nach der Pause wohl nicht derart glanzvoll weitergehen könnte, sah er sich vollauf getäuscht. Denn „Tagebuch“ und „Engels Tränen“ (Akita Kato Tanzforum), „Serenade“ und „Petals“ („Skies Unlimited“), „Show me how your burlesque” (TANZtRAUM), „Umbrella“, „Bubblehead“ und „Hiphop“ („Schule für Ballett“) setzten den unbestreitbaren Höhenflug in Sachen anspruchsvolles, ja betörendes Ballett scheinbar mühelos fort. In den Lobesreigen eingeschlossen werden müssen freilich auch jene, die für Licht und Ton verantwortlich zeichneten.
Nachvollziehbar dankte das Publikum den Protagonisten mit Applaus, „Bravo“-Rufen und stehenden Ovationen. Nicht nachvollziehbar war hingegen, dass das Rokokotheater nicht restlos ausverkauft war. Klar doch, es handelte sich nicht um eines der „großen“ Ballettensembles. Doch was dieses „Kaleidoskop“ für Auge und Ohr bot, war den Eintrittspreis allemal Wert. Kein Wunder, lässt es sich aus dem Griechischen mit „Schöne Gestalten sehen“ übersetzen.
ter / Fotos: ter
Ballett im Rokokotheater: "Kaleidoskop"