19. Mai 2012

Erste Farbtupfer im Februar

Geophyten und Stauden kündigen den Frühling an

11.02.2012, Die ersten Sonnenstrahlen trauen sich durch die dichte Wolkendecke und vertreiben den letzten Frost. So zumindest sollte ein milder Februar aussehen. Die öden und kalten Tage sind vorbei und die ersten Frühlingsboten bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche. Unter ihnen der wohl bekannteste Frühjahrsblüher und Lichtblick auf den baldigen Frühling: Das Schneeglöckchen. Aber auch andere hartgesottene Blumen verschönern mit ihrer Farbenpracht erneut den Garten. Unter ihnen auch die Traubenhyazinthe und der Krokuss gefolgt von Zwiebel-Iris, Hasenglöckchen, Tulpen und Zierlauch.

Geophyten: Zwiebel- und Knollenpflanzen

Frühblüher wie Christrosen, Leberblümchen oder Kaukasus-Vergissmeinnicht lassen sich ihren Weg gerne von Geophyten vorbereiten. Während viele andere Pflanzen sich noch im Winterschlaf befinden, zeigen diese bereits ihre farbigen Gesichter.

Wussten Sie schon, dass…
dass sich Geophyten sowohl dazu eignen, einzelne Blütehöhepunkte im Garten zu schaffen, als auch ganze Gartenpartien mit Blüten zu bedecken und zu verwildern? Generell sollten Zwiebelpflanzen erst abgeschnitten werden, nachdem das Laub vergilbt ist. Schneidet man vorher, können sich nicht genügend Reserven in der Knolle einlagern und die Bestände gehen zurück. Tipp: Zum Verwildern an schütteren Rasenstellen eignet sich der Elfenkrokus besonders gut.

Zierlauch kommt zwischen Frühjahr und Sommer

Um die Lücke von Mai bis Juni, oder anders gesagt von den frühlings- bis hin zu den sommerblühenden Stauden, zu schließen, bietet sich Zierlauch hervorragend an. Mit seinen kugel- bis schirmförmigen Blütenständen lassen sich Struktur, Rhythmus und vertikale Akzente in den Farben Gelb, Weiß, Violett und Rot realisieren.
Die Größe der verschiedenen Arten variiert beträchtlich.
Vom 20 bis 30 cm kleinen Zwiebelzwerg über den goldgelb blühenden Goldlauch bis hin zum imposanten, etwa 150 cm hohen Riesenlauch. Der Großteil der Zierlauche sind ursprünglich Steppenpflanzen. Sie benötigen daher vor allem im Sommer einen durchlässigen, nährstoffreichen Boden in voller Sonne, um zur vollen Blüte zu gelangen und sich dauerhaft im Garten zu etablieren. Ein besonderer Vorzug des Zierlauches ist es, dass er praktisch keinen eigenen Platz braucht. Man kann ihn zwischen Stauden pflanzen, denn er treibt früh aus und zieht nach der Blüte zügig wieder ein. Um vergilbendes Laub zu kaschieren, empfiehlt sich die Kombination mit Pflanzen, die einen buschigen Wuchs haben und die es im Sommer ebenfalls sonnig und heiß mögen.

Farbteppiche vor und unter Gehölzen

Während sich manche Zwiebel- und Knollenpflanzen in voller Sonne wohl fühlen, bevorzugen andere das schützende Blätterdach von Gehölzen. Viele Frühlingsblüher wie die Frühlingsanemone, Blaustern oder Winterling lassen sich besonders gut vor einer Gehölzkulisse ansiedeln. Sie würden ihre Blüten zeigen, bevor sich das Laub der Gehölze entwickelt und bräuchten im zeitigen Frühjahr Licht und Wasser, um gedeihen zu können. Nach der Blüte ziehen sie ein. Dann genügt ihnen ein trockener Standort, um bis zur nächsten Saison zu überdauern.

In dieser Zeit lassen sie den Gehölzen und später austreibenden Schattenstauden den Vortritt. Im Herbst setzen Herbstalpenveilchen oder Herbstkrokusse nochmals Blütehöhepunkte. Außerdem gibt es auch Schneeglöckchen, die im Herbst blühen. Die verlängern das Gartenjahr bis in den November hinein. Vor allem in einem Garten, in dem alte Gehölzbestände vorhanden sind, lassen sich die Gehölz-Ränder mit Geophyten und Schattenstauden in blühende Teppiche verwandeln.

Expertentipp des Monats

Geophyten benötigen keine große Pflege, wenn sie am richtigen Standort gepflanzt werden. Wichtig sei die Qualität des Bodens. Landschaftsarchitekten schwören auf ein Aufbessern des Bodens mit Perlite, einem mineralischen Vulkangestein, das zur Drainage dient. Dies bewirkt zusammen mit gehäckseltem Buchenlaub, Kompost und Sand für eine Erhöhung des Humusgehaltes und sorgt für Wasserdurchlässigkeit. Um den Pflanzen die nötigen Nährstoffe zu geben, arbeitet Gartenexperte mit Stickstoffdünger im Frühjahr und ergänzt für Geophyten diese durch eine Flüssigdüngung über das Blatt, während der jeweiligen Wachstumszeit. Besonders auf die Partner sollte man großen Wert legen.

In einer Staudenrabatte mit Prachtstauden, die reichhaltigen Boden lieben und auch im Sommer öfter gegossen werden müssen, werden sich die meisten Zwiebel- und Knollenpflanzen nicht lange halten können.

red / Foto: GMH, Christiane Bach
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