19. Mai 2012

Sparen Sie sonnig?

Bei der Solartechnik gibt es viel zu beachten

20.11.2011, Heidelberg -

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 hat auch in der Politik zu einem Nach- und Umdenken geführt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat oberste Priorität. Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind im Neubau heute fast schon eine Selbstverständlichkeit. Auch bei älteren Gebäuden gewinnen diese Themen an Bedeutung. Nicht zuletzt, weil der Gesetzgeber mit der Energieeinsparverordnung von 2009 Eigenheimbesitzer in die Pflicht nimmt, zumindest Teile ihrer Häuser energiefreundlich nachzurüsten. Bei vielen Maßnahmen spielt das Dach eine entscheidende Rolle. Es bietet längst nicht mehr nur Schutz und Sicherheit, sondern erfüllt je nach Ausstattung zusätzliche Funktionen. Um die eigene „Energiewende“ erfolgreich zu realisieren, sind Bauherren und Hausverwaltungen aber auf Spezialisten angewiesen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

 

Was die Sonne für den Menschen bedeutet:

 

Die Sonne ermöglicht erst, dass auf unserem Planeten Leben möglich ist. Sie sichert das Überleben von Pflanzen, Tieren und Menschen. Ohne Sie wäre es sehr dunkel und leer auf dem Planeten Erde. Ein Kreislauf, denn die Pflanzen nutzen die Lichtenergie für die Photosynthese und dienen wiederum als Nahrungsquelle für alle Lebewesen. Auch Wind, Biomasse, Wasserkraft und oberflächennahe Erdwärme sowie Brennstoffe wie Holz oder Pflanzenöl  würden ohne die Sonne nicht existieren. Die Sonne ist aber nicht nur ein Lebensspender.
 
Für den Menschen bedeute sie zugleich Fluch und Segen. Sie gibt uns Licht und spendet im Frühjahr eine angenehme Wärme. Doch im Sommer kann sie für dürren auf den Feldern und Verbrennungen auf der Haut sorgen, und das obwohl sie 150 Mio. Kilometer entfernt ist. Ein reiner „Energieplanet“ von unvorstellbaren 1,5 Trilliarden Kilowattstunden im Jahr. Umgerechnet ist das ungefähr der 10.000-fache Energiebedarf der Menschheit. Auf den Stromverbrauch eines einzelnen Bürger in Deutschland runter gerechnet, strahlt die Sonne also pro Jahr ca. 950 bis 1.200 kWh Solarenergie auf jeden Quadratmeter.

 

Wie funktioniert „Fotovoltaik“?

 

Bei der Gelegenheit kommt „die Energie vom Dach“ und „Fotovoltaikanlage“ zum Einsatz. Aber erst zur Erkärung: Bei einer Fotovoltaikanlage wird das Sonnenlicht (Strahlungsenergie) in Solarstrom umgewandelt. Dies geschieht über Solarzellen, die zusammengefasst ein Solarmodul genannt werden. Logische Schlussfolgerung: Je mehr Licht auf das Modul fällt, umso mehr Strom fließt.

Das Solarmodul produziert „Gleichstrom“, der entweder in Batterien gespeichert oder in Wechselstrom umgewandelt wird. Durch letztere Variante kann der Solarstrom direkt in das öffentliche Stromnetz einfließen.

 

Beispielrechnung zur erzeugten Solarenergie

In Ihrem Wohnbereich beträgt die Sonneneinstrahlung im Jahr 1000 kWh / m². Ihre Fotovoltaikanlage hat eine Wirkung von 15%. Sie gewinnen also 150 kWh Solarenergie pro Quadratmeter im Jahr. Mit 8 m² Solarfläche würde somit der Strombedarf für eine Person im Jahr produziert werden.

 

Rechnet sich der Bau eines Solarsystems?

Die ständig steigenden Energiekosten geben immer mehr Verbrauchern zu denken. Viele lassen ihr Eigenheim durchchecken um Lücken zu finden, wo das Geld sprichwörtlich zum „aus dem Fenster fliegt“. Energieeffizientes sparen und auf andere Energiezweige umsteigen heißt die Devise. Aber man kann den Strom auch selbst erzeigen und auch wieder verkaufen. Aber rentiert sich das mit einer Solaranlage? Was den Kostenfaktor betrifft, könnte es mit der Sonnenenergie nicht besser laufen. Ein großer Vorteil: Der über das System ins öffentliche Netz einfließende Strom, wird mit einem viel höheren Betrag verrechnet, als der Verbraucher selbst für den Strom bezahlt.

 Das Problem: Anthropogene Treibhauseffekt

Der Begriff „Treibhauseffekt“ sollte den meisten Verbrauchern bekannt sein. Aber „anthropogen“? Um das Wort kurz zu erklären: anthropogen kommt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als von Menschenhand verursacht, vom Mensch erschaffen oder geformt. Im Bezug auf den Treibhauseffekt bezieht sich der Begriff auf das Eingreifen des Menschen in die Natur und Umwelt. Die dementsprechende Verantwortung liegt folglich auf der Hand. Die Klimaveränderung nimmt ihren Lauf. Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Wälder werden abgeholzt wodurch Schlammlawinen und Stürme ganze Dörfer unter sich begraben und verwüsten. Anthropogene Probleme die aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren und Jahrzenten häufiger vorkommen werden.

Hauptursache für diese Klimaveränderung ist die Verstärkung des Treibhauseffektes durch das Ausströmen von Gasen in die Atmosphäre. Hierzu gehören Methan und Kohlendioxid.

Kohlendioxid trägt ca. 10-26 % und Methan ca. 5-9 % zum Treibhauseffekt bei.

 

Was sind die Vorteile der Solarsysteme?

Solarenergie spart Mengen von Kohlendioxid ein. Denn bei dieser Energiequelle werden keine Gase durch Verbrennungen in die Atmosphäre freigegeben. Wie es zum Beispiel bei Kohle oder Gas der Fall ist. Nach neuesten Erkenntnissen kann eine Solaranlage in 10 Jahren pro kWp ca. 5 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zudem muss bei der Sonnenenergie kein fossiler Brennstoff wie Öl oder Kohle transportiert werden. Denn der Transport verursacht ebenfalls Kohlendioxid durch Autos, Bahn und Schiffe.

 

Ob Fotovoltaik- oder Solarthermieanlage, sicher ist sicher!

Teuer wird der Bau einer solchen Anlage, wenn die Montage auf oder in der Dachfläche in Eigenregie oder von unqualifizierten Anbietern ausgeführt wird. Jede Schraube, jeder Standfuß einer auf das Dach aufgeständerten Anlage muss fachgerecht montiert sein. Jede einzelne Durchdringung der äußeren Dachhaut oder der Unterspannbahn und der Dämmung (bei der Leitungszu- und -abführung) kann zur potenziellen Schwachstelle werden, wenn die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks nicht exakt eingehalten werden. Grundvoraussetzung bei aufgeständerten Anlagen ist, dass die Dacheindeckung in einem einwandfreien Zustand ist. Zeigen sich nach der Auf-Dach-Montage hier Mängel an der Eindeckung, ist ein teurer Rückbau unumgänglich. Was nur wenige Auftraggeber wissen: In-Dach-Solarmodule gelten nach dem verbindlichen Fachregelwerk als Dachdeckungselemente. Daher sind für die Unterkonstruktion einschließlich der Wärmedämmung und Hinterlüftung, die Regensicherheit, die Befestigung und die Windsogsicherung vergleichbare Maßnahmen wie bei einer konventionellen Eindeckung zu treffen. Bei Modulen, die in das Dach integriert sind, gilt außerdem:

 

Werden mehr als 10% der Dachfläche dafür genutzt, ist nach den Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) die Wärmedämmung entsprechend hochwertig auszuführen. Außerdem müssen alle Solaranlagen der Gebäudeversicherung gemeldet werden. Unterbleibt dies oder werden Montagemängel nach einem Schadensfall festgestellt, kann die Versicherung von der Schadensregulierung freigestellt sein.

 

Die „persönliche Energiewende“ kann also zur teuren „persönlichen Katastrophe“ werden, wenn die Solaranlage nicht von Dach-Fachleuten geplant und ausgeführt wird.



Text: sake / Bild: djd/Braas
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